Sunday Column: Moving on to better things - Sinnesengel
Sinnesengel is a personal fashion and lifestyle blog by Jessy regarding fashion, beauty and Berlin city stories.
14767
post-template-default,single,single-post,postid-14767,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,qode_grid_1300,hide_top_bar_on_mobile_header,qode-theme-ver-10.0,wpb-js-composer js-comp-ver-4.12.1,vc_responsive

Sunday Column: Moving on to better things

Ich liege flach auf dem Rücken, starre auf die Raufasertapete an der Decke und ziehe ein letztes Mal an meiner Zigarette. Klischeehaft läuft im Hintergrund eine traurige Männerstimme mit Gitarre, die über die Liebe singt und ich frage mich mal wieder, wie ich hier gelandet bin.

In den letzten Monaten finde ich mich immer häufiger hier und verfange mich in meinen eigenen Gedanken. Sie rasen. Dann stecken sie wieder fest. Und so oft ich es auch versuche, ich kann sie einfach nicht ordnen. Wir sind schnelllebig und rastlos und so scheinen unsere Entscheidungen häufig, wie der unerwünschte Anker, der das Schiff in einem Hafen festhalten könnte, den man eigentlich beim nächsten Morgengrauen verlassen wollte.

Uns steht die Welt offen. Wir können machen, was wir wollen, wo wir wollen. Und deswegen wollen wir uns auch nicht festlegen. Bloß nicht zu ernst. Nur Seemannsknoten machen, die mit einem Ruck wieder zu lösen sind. Man will ja schließlich unabhängig sein. Ich habe noch nie länger als zwei Jahre den selben Mann geliebt, den gleichen Job gemacht oder länger als 24 Monate in einer Wohnung gelebt. Denn jedes Mal fühlte ich mich gefangen, eingeschlossen oder war gelangweilt. Ständig überkam mich das Gefühl, ich würde etwas verpassen. Oder ich könnte mich falsch entscheiden.

So geht es mir auch jetzt! Deswegen schiebe ich seit Monaten diese EINE Entscheidung vor mir her. Was ich dazu wissen muss? Nur, was ich wirklich will. Eigentlich weiß ich das auch. Ich habe aber das Gefühl, dass mir ein innerer Ansporn fehlt, um endlich dafür zu arbeiten. Manchmal denke ich, dass das Leben an mir vorbei zieht und alle, die genaue Ziele und Pläne haben, mich überholen.

Unsere Eltern zum Beispiel beendeten ihre Schule, und begannen dann eine Ausbildung oder das Studium. Wenn ihnen das nicht gefallen hat, dann wechselten sie halt den Studiengang. Oft war es bei ihnen einfach festgelegt, dass sie das Familienunternehmen weiterführen, und sie mussten keine Entscheidung mehr treffen. Unsere Generation ist da anders. Ich habe die Möglichkeit mich für oder gegen etwas zu entscheiden. Tausende Optionen, einladend, aufregend, anders. Doch die einzige Option, die mir nicht offen steht ist diejenige, keine Entscheidung zu fällen.

Als liege ich hier auf dem Fussboden und überlege mir: Für wen mache ich das eigentlich? Für mich? Für meine Eltern? Für meinen zukünftigen Chef? Für meine zukünftigen Kinder? Wem versuche ich es recht zu machen? Vermutlich allen ein bisschen. Deswegen muss ich erst einmal anfangen die Balance zwischen all den offenen Türen zu finden.

Denn irgendwann wird sich jeder für seine Tür entscheiden. Und mit den letzten Takten des Songs, entscheide ich mich, dass es Zeit für eine neue Tür wird.

Sinnesengel_Sunday_Column_Quote

Sinnesengel
Jemara7@gmx.de
2 Comments
  • Samyjoho
    Posted at 16:04h, 28 Februar Antworten

    Ich hoffe, die neue Tür öffnet sich nur für neue berufliche Perspektiven; denn ich finde, alles andere ist gerade perfekt.

    • Sinnesengel
      Posted at 16:55h, 28 Februar Antworten

      Da hast du voll und ganz Recht. Alles andere möchte ich auch nicht ändern.

Post A Comment