Sunday Column: Just let them - Sinnesengel
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Sunday Column: Just let them

Wir schreiben das Jahr 2004. Es ist Juli, der letzte Schultag vor den Sommerferien und wir verbringen ihn wie die Jahre zuvor am See. Ich bin 15 Jahre alt und sitze neben meinem ersten festen Freund am Strand. Wir sind noch nicht lange zusammen, vielleicht zwei Monate, aber sind jetzt schon unzertrennlich. Er ist Schlagzeuger der Schülerband und sein bester Freund, der Bassist der Band, ist mit meiner besten Freundin zusammen. Bis zu jenem Abend. Unserem letzten Schultag.

Damals haben die zwei sich getrennt und ich dachte ziemlich lange, auch ich müsste mich jetzt von meinem Freund trennen. Schließlich sind wir damals zur gleichen Zeit ein Paar geworden. Wir verbrachten die meisten Tage zu viert und sie war es, die mich erst ermutigt hatte ihn anzusprechen und nach einem Date zu fragen. Ich hatte Angst, ich würde sie als Freundin verlieren. Oder den Anschluss zur Gruppe. Denn zu diesem Zeitpunkt war ich die Einzige mit einem festen Freund.

Ich tat es zum Glück nicht! Auch wenn sich die Beziehung zu meinen Freundinnen veränderte und sie mich nicht mehr so oft zu ihren Parties eingeladen haben oder in der Hofpause nach meinem Wochenende mit ihm fragten. Ich blieb noch weitere zwei Jahre mit ihm zusammen und hatte die beste „erste große Liebe“, die man sich als Teenager wünschen kann.

Sieben Jahre später lebe ich in Leipzig. Ich habe gerade mein Studium und eine lange Beziehung beendet und verbringe die meisten Wochenenden feiernd im Barfußgässchen. Nach sonnigen Tagen im Park, liebe ich es, bis Sonnenaufgang auf der Tanzfläche zu flirten und nicht zu wissen, was die Nacht noch bringen könnte. Ich suche keinen neuen Freund, fühle mich wohl in meiner Haut und bin seit Jahren das erste Mal gerne allein.

Viele meiner Freundinnen hingegen hatten damals schon seit Jahren eine Wohnung mit ihrem Freund und redeten immer häufiger vom Heiraten und Kinder kriegen. Auch meine Schwester war mit ihrem ersten Kind schwanger. Oft sagten sie mir, dass ich langsam etwas ruhiger werden müsste. Das ich die Männer gar nicht richtig an mich heranlasse und ich so ja nie den EINEN finden würde.

Das ging mir nah.

Sinnesengel_Just_let_them_Beitragsbild

So nah, dass ich mir ab und an ausmalte, ob der Eine oder der Andere nicht doch Potenzial als Freund hätte. Zum Glück war auch das nur eine Phase. Ich genoss weiterhin mein Single-Dasein. Denn ich war damals schon nicht der Typ, der die Dinge so macht, wie alle anderen. Es war und ist mir noch heute egal, ob jemand meint, es wäre die richtige Zeit. Es mir egal, ob Frauen mit 22 oder 34 Kinder bekommen. Ich störe mich nicht daran, dass ich auch mit 27 noch keinen Verlobungsring am Finger trage und es ist mir gleich, was andere über meine Beziehung denken.

Denn eins habe ich die letzten Jahre gelernt: Es gibt nicht den EINEN perfekten Moment. Es gibt keinen ultimativen Plan, den wir abarbeiten können, keine To-do-Liste, an die wir Haken dran machen können und niemand hat das Recht uns sagen zu dürfen, was falsch und was richtig ist. Lasst die anderen Leute einfach reden. Es wird immer Frauen geben, die wahlos mit Männern schlafen, um ihr Selbstbewusstsein zu pushen oder Frauen die Babies bekommen, nur weil sie einsam sind und es wird immer andere menschen geben, die eure Art zu leben schrecklich finden. Lasst sie und hört ihnen einfach nicht zu. Euer Bauch und euer Herz wird euch schon zeigen, wenn es soweit ist.

„People will always talk about you, especially when they envy you and the life you live. Let them. You affected their lives, they didn´t affect yours.“

Sinnesengel
Jemara7@gmx.de
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