Closet Detox
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Closet Detox

„Ich habe nichts zum Anziehen. Wirklich! NICHTS!“

Ein gequälter Blick zu meinem Freund. Kein Kommentar. Er verdreht nur genervt die Augen. Wir sind schon wieder viel zu spät dran und es ist mal wieder meine Schuld. Während er sich seine Jacke und die Sneaker wieder auszieht, um sich noch einmal aufs Sofa zu setzen, stehe ich verzweifelt und genervt in Unterwäsche vor meinem Kleiderschrank.

Eine typische Situation, die leider nicht nur dann passiert, wenn wir etwas vorhaben. Meist stehe ich auch morgens vor dem Kleiderschrank, der aus allen Nähten platzt und finde doch nichts zum Anziehen. Denn es ist ja so: Wer viel hat, sieht wenig. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es war also höchste Zeit für etwas Ordnung zu sorgen. Denn mit wachsendem Babybauch ändert sich auch irgendwie der Geschmack und die Sicht auf die eigenen Stücke im Schrank.
Was ich also brauchte: Ein Closet Detox.

1. Schritt des Closet Detox: Ausräumen und sortieren

Als Erstes räume ich alles aus dem Schrank (bzw. unserem Ankleidezimmer) raus und stapele die Sachen auf dem Bett. Regal für Regal und Schublade für Schublade sortiere ich meine Sachen in vier Gruppen: Behalten, Verkaufen, Spenden, Wegwerfen. Im selben Atemzug ordne ich die einzelnen Stücke nach Kleidungsstil und Farbe und lege ähnliche Stücke zusammen.

Diese Prozedur benötigt Zeit. Und Durchhaltevermögen. Aber mit jedem aussortierten Kleidungsstück, fühle ich mich befreiter und sehe plötzlich wieder Wald statt Bäumen und schöne Pullover statt Kleidermasse. Längst vergessene Schätze tauchen wieder auf und ich stelle im Kopf schon wieder neue Outfit-Kombinationen zusammen, die mir vorher nie im Leben eingefallen wären.

2. Schritt des Closet Detox: Anprobieren

Jetzt beginnt der schwere Teil. Das Aussortieren. Ich trenne mich endgültig von Schrankleichen und generellen Fehlkäufen. Auch Kleidungsstücke in der falschen Größe kommen weg. Denn die zwei Nummern zu kleine Jeans wird auch nächstes Jahr vermutlich nicht richtig passen. Ebenso verabschiede ich mich von kaputten oder fleckigen Teilen, nicht mehr gerettet werden können.

Alle anderen Kleidungsstücke probiere ich an. Fühlt es sich toll an? Trage ich es gerne? Ist der Schnitt für meine Figur vorteilhaft? Passt es noch zu mir und meinem zukünftigen Dasein als Mama? Wenn ich alle Fragen mit JA beantworten kann, bleibt es und kommt auf den Stapel „Behalten“. Bin ich mir unsicher, gilt folgende Regel: Alle Stücke, die ich in den letzten 365 Tagen nicht getragen habe, kommen ebenfalls weg.

3. Schritt des Closet Detox: Putzen und Einräumen

Jetzt gilt es, den Kleiderschrank wieder einzuräumen. Doch zuvor: Ordentlich putzen! Erst dann sortiere ich nach und nach wieder alles ein. Dabei versuche ich die meisten meiner Kleidungsstücke auf Stangen zu hängen statt sie zu falten. So sehe ich alles besser und habe einen guten Überblick darüber, was ich überhaupt alles besitze.

Wenn alles wieder im Schrank verstaut ist, wird es Zeit für die letzten Handgriffe. Die aussortieren Kleidungsstücke kommen – je nach Zustand – in die Altkleidersammlung, in einen Second Hand Store oder werden im Internet verkauft. Andere Sachen spende ich. Beim letzten Mal habe ich so rund 120 Teilen „Goodbye“ gesagt.

Am Ende meines Closet Detox fühle mich nicht nur stark, sondern präsentiere auch ganz stolz meinem Freund den dezimierten Kleiderschrank. Ein grandioses Gefühl. Denn irgendwie ist dieses Ausmisten ein bisschen so, als würde man mal wieder den Kopf freikriegen.

Und siehe da: ich habe wieder etwas zum Anziehen!

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